Every journey begins at a door...

... Key Moments!
Sometimes they are like unexpected notes from the heart tucked between the pages of a book:
memories placed throughout our story, reminding us that every door represents a choice.
And every choice, in turn, is a step toward truly living.
This blog tells a story of openness, hope, and even uncertainty.
Dear Fate, I'm ready whenever you are!

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Lunch outside the university gates
Day two in Vietnamese class:
Cô Hương teaches pronounciation as if she gave orders to soldiers: "Down!", "Up!", "Question?!", "Again!".
The Embassy of the Socialist Republic of Vietnam in Berlin offered my first impression of Sài Gòn: change — everything in cash — seems to be negotiable (great idea). Judicial attestations are missing for the legalization of previously certified documents.
Where on earth are you supposed to find those at such short notice? A simple shrug, Next, please!
Rush hour on the sidewalk (I walk.)
Friday, 11 p.m.. Shortly before departure for Mui Ne, two police officers appear with a stack of documents. Rumour has it they are after protection money.
(The banks were a puzzle as well: my European credit card had to try four ATMs before one finally agreed to cooperate.)
Beyond the change of scenery, something is shifting. My reality now lies thousands of kilometres and many hours away from family and the one I loved.
Backpacker resort i-home
A sense of suspense before the planned trip home: an unexpected call announcing that the bus would be there in ten minutes. That is, at the very place where I thought I had been dropped off. I am accompanied by a Malaysian woman. Her fiancé had fathered a child with another woman, yet refused to cancel the wedding because, he said, "he loved her."
Later, a German actor joined the bus as well. His long-term partner had chosen not to make the journey with him.
So many broken hearts along the way.
Place of peace: Yet Kieu swimming pool
Only a few days ago, the change arrived. With it came nausea and an overwhelming fear of losing what mattered.
Time and distance can be as noncommittal as a relationship.
In meaningful discussions, we explored the art of letting go: an Icelander told the story of an ex who, inspired by a Greek legend, would mentally decapitate former lovers with a sabre; a French woman extended an invitation to dance Charleston.
Be who you are and say what you mean, because those who mind don't matter and those who matter don't mind. is a line I read in Mui Ne. Veto. Brutal honesty does not make up for the hurt.
On stage in Phan Tiết
Fate must be having a good laugh, tossing me in at the deep end in a place that is absurdly warm. The gaps between the few text messages from Canada and the inner struggle of an ego wrestling with a guilty conscience are filled by the mind’s own little cinema.
A colleague’s surprisingly quirky cultural notes provide some amusement - Why the Limes was built by the Germans? [sic] To prevent the Romans.
Backstage
Beim Zwischenstop im Weingut Ba Moi sprechen wir über Kräuselmyrte, hoa bằng lăng, und die Legende der Betelpflanze: Ein Bruder spannt dem Anderen die Frau aus, der verwandelt sich in einen Baum, seine Frau in die Schlingpflanze Betel, die sich auf ewig um ihn windet. Schenkt man Betel zur Hochzeit, wünscht man wohl "langanhaltende Liebe".
Spannend sind auch die Göttergeschichten: Ganesha mit Elefantenkopf, da ihn Vater Shiva enthauptet und der Mutter eine Lösung versprochen hatte, reitet auf einer Maus und liebt Süßes. Er wird abgeworfen, als sie auf eine Schlange treffen. Sein Bauch explodiert. Der Mond lacht und entweicht, als Ganesha Elfenbein nach ihm wirft (-> Mondphasen). Für den Mond steht übrigens Shiva's linkes Auge. Schließt er auch das rechte Auge (Sonne), wird es dunkel. Das "dritte Auge" bringt Licht ins Dunkel!
Lavendar Resort
Unabhängigkeitstag mit der Familie einer ehemaligen Kollegin im Anwesen ihrer Freunde. Die brachten es als lokale Kaviarpioniere zu Wohlstand. Mittlerweile ist das Geschäft mit den Fischeiern wohl in chinesicher Hand.
Viele Vietnamesen schätzen das milde Klima in Đà Lạt, um Wintermode zu tragen. Die Stadt ist als Klein-Paris bekannt, der französichen Architektur wegen. Oder, wie eine Studentin meinte, weil es kalt sei und wichtig, einander zu haben.
Im Bahnhof zeigt wohl mindestens eine Uhr auf ewig die Zeit an, zu der der Schweizer Dr. Yersin Đà Lạt entdeckte.
Women and their charming quirks
Philosophen-Treffen: Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Ein Teilnehmer erinnerte an Johnny Depp, einer fragte die anwesenden Vietnamesinnen, wie sie expats wahrnehmen. Der Organisator, deutscher Vegetarier, ist das wandelnde Klischee dessen, was er in Südostasien darstellt.
Ich erkenne vier Frauentypen in Việt Nam: Die Hausfrau im geblümten Pyjama; die Akademikerin (workaholic), deren Tochter mit forcierter Karriere und die Nicht-Akademikerin, deren Hoffnung der weiße Mann ist. "Fun" fact: Die einst chinesischen Zeichen in phụ nhữ, Frau, umfassen den Charakter trửu (schwingender Besen, Hausarbeit).
Buu Long Pagode (second try)
Suche nach der Buu Long Pagode. Erster Versuch per Bus: Park, Beton-Gebäude, einsame Kaffeeverkäuferin.
Vage Richtungsangaben, Regen. Der Weg beginnt und endet in Nichts und Schlamm. Marode Brücke, bellende Hunde, Loch im Zaun. Ein Mopedfahrer nimmt mich mit, spricht kaum Englisch, aber meint plötzlich, er sei Polizist. Panik, er hält, Gottseidank! Am Ausgangspunkt, an der Autobahn, fahren drei Busse und hunderte Mopeds an mir vorbei. Eine wartende Mopedfahrerin bedeutet mir, stehenzubleiben, ihre Freunde verstehen, ich werde mitgenommen. Glück im Unglück. Việt Nam.
What makes relationships fulfilling?
7h30 p.m. local time, 34°C. Warten auf das Flughafen-Shuttle. Meine Begleitung erzählt von der Todesstrafe eines Deutsch-Vietnamesen, der harte Drogen schmuggeln wollte, und von seinen Tinder-Erfahrungen. Aufklärung fehlt. Bezeichnend sind der Fötenfriedhof und die Betrugsraten. Eine Kursteilnehmerin sprach von einem Mädchen, 18 Jahre alt, das auf Tinder einen Arzt aus einer anderen Stadt kennenlernte, der ihr "bei Geschäftsreisen" Geschenke machte, und sie dann abservierte. Dazu ein trauriges Kichern aus den Untiefen eines gebrochenen Herzens.
Historic fishermen's village, Hội An
Narrenfreiheit auf der xe Honda: Der mitreisende Jurastudent navigiert nur.
In der Tat zwei Narren, die sich nicht an der kaputten Tacho- und Tankanzeige stören und um Mitternacht mit leerem Tank losfuhren.
Nahe Hoi An, mit dem charmanten Me Hội An Rooftop Coffee & Kitchen, liegen Đà Nẵng und die Marmorberge, Ngu Hanh Son: Zwischen Kim Son (Metall-), Moc Son (Holz-), Thuy Son (Wasser-), Hoa Son (Feuer-) und Tho Son (Erdberg) findet man Höhlen, Schreine und Einschusslöcher. Der Ort war geheimer Stützpunkt der Revolutionäre im ersten Indochinakrieg, später Übungsplatz der südvietnamesischen Regierung und Krankenstation der Vietminh.
For (soon-to-be) experienced riders only
Erst Rückschnitt, dann neue Ernte: "Don't let banana fruit twice!" (aus Malaysia). Die Zeit ist erfüllter. Dank gilt nicht zuletzt einer Schweizer Bekanntschaft vom Campus. Ein desillusionierter Việt Nam-Rückkehrer.
Beim Philosophen-Treffen erzählte eine Vietnamesin, wie sie Mopedfahren lernte: aufsteigen, anlassen, losfahren. Fahrerlaubnis? Aber, man kann es doch dann schon?!
Er fahre, als wären alle betrunken, sagte ihr deutscher Bekannter. Auf Deutsch.
New City
Frauentag, gestern, 17. Stockwerk von New City, Blick auf türkis schimmerndes Wasser im Pool, rosé-farbener Abendhimmel: Ein besonderer "Trip" und der erste Regenbogen meiner Zeit in Việt Nam. Kygo's Freeze vermittelt diesen Rausch: ... let me save this perfect memory....
In der Nacht zuvor saßen Johnny Depp aus dem Brick and Barrel und ich nach einem Abstecher zur Chill Saigon Skybar bei Regen unter einem Dach, zwischen einem Banh Bao-Stand, einem vietnamesischen Pärchen und Frauen im geblümten Pyjama. Donnerstag zu Freitag: Ein Sprung zwischen Welten.
Vietnam!
Rücksichtnahme ist relativ: Der unsicher wartende oder paralysierte Tourist gilt hierzulande sicher als phlegmatischer Trottel. Ein Moment der Ruhe auf offener Straße, so übersichtlich wie hier, ist eine absolute Ausnahme.
Reiseführer empfehlen nicht mehr als zwei Tage in Sài Gòn. Das ist schade, das Kennenlernen mit der Stadt braucht Zeit. Man erfreut sich zum Beispiel der frei herumlaufenden Ratten erst, wenn man einmal das Leid der Tiere im hiesigen Zoo gesehen hat.
Schweinefüße zum Frühstück
In Việt Nam respektabel manövrieren bedeutet eigene Emotionen kontrollieren. Nicken und Lächeln, wie beim Besuch der ehemaligen Gastfamilie des Schweizers. Ein ehemaliger Häftling (Steuerhinterziehung) zeigte uns die Nachbarschaft und lud zum Kaffee ein. Stolz zeigte er den "modernen" Campus: Mehrstöckige Plattenbauten mit vergitterten Fenstern. Lächeln!
Wird das Essen fürsorglich fast bis an den Mund gereicht, gilt es, eine smarte Antwort auf die Frage zu finden, ob es schmeckt, damit der Nachschlag ein Ende hat.
Pugu Strand (wortwörtlich: Ein Traum!)
Kuala Lumpur heißt Stadt im Schlamm. Jeden Nachmittag Platzregen. Am Freitag ("Viertel-Tag" in Malaysia)war bei der vietnamesischen Botschaft nach 12 Uhr mittags niemand erreichbar. Das Visum gab's heute gegen Expresskosten.
Bereits jetzt zerrinnt das Gefühl für das Erlebte (und die Lebensmittelvergiftung kurz vor visa run) wie Sand zwischen den Fingern: Kamelia Campsite, Pugu Beach, kein anderer orang putih (Weißer) in Sicht. Die Suche nach Toiletten mit Kloschüsseln und Seife hat etwas Weltfremdes. Irgendwann verstand meine Begleiterin: Ein Thron mit Licht- und Musikanlage - was auch immer Europäer unter "Toiletten" verstehen - tut nicht Not.
Haus des Liebhabers aus Nordchina (Duras)
Losgelöstsein seit Malaysia: Freitagabend mit dem Schweizer im Taxi, das ein Freund organisiert hatte. Wohin war in meinem Zustand fast egal. Zu einem Busbahnhof, von dort zu der Familie des Freundes. Verloren im Raum-Zeitgefüge. Ich könnte überall sein und habe keine Ahnung, wohin ich gehöre.
Ungläubiges Schmunzeln als unser vietnamesischer Begleiter meinte, das Geburtsdatum in seinem Pass sei schlichtweg falsch (eingetragen wird oft der Tag, an dem die Eltern das Kind den Behörden vorstellen: Es soll in der Schule als unerwartet weit entwickelt gelten). Seine Familie lebt im Mekong Delta, einer sehr fruchtbaren Region.
Unvorstellbar, dass in Europa Weihnachten bevorsteht.
Links hinten: Caravelle Hotel
Gespräche mit Scholl-Latour auf der Terasse des Caravelle bleiben ein Traum. Vor vier Monaten standen wir an seinem Grab. Zu seiner Zeit lebten in Sài Gòn rund drei Millionen Menschen und das Land befand sich im dritten Besatzungskrieg in Folge. Ein deutscher Kollege kannte ihn, ist im Besitz seiner früheren Telefonnummer.
Beim Tantchen scheiterte ein weiterer Versuch, Trinkgeld unterzujubeln. Sie öffnete die Bargeld-Schublade, Zitat: Sehr viel.
Merke: Mehr zu zahlen, in der Annahme, mehr zu haben, ist schwierig. Geber- und Gönner-Mentalität.
Finde das Moped
Auf einem Zebrastreifen traf mich vor einigen Tagen frontal ein Moped. Polizei? Erinnert oft nur daran, dass es auf Recht oder Unrecht nicht ankommt. Ohnehin werden Vietnamesen eher als Ausländer und oft direkt aus der Geldbörse ausgenommen. Ein schweiz-kambodschanischer Bekannter sollte Herkunft und Größe der Wohnung angeben, hatte aber weder Papiere noch Bargeld bei sich. Überweisungen hinterlassen Spuren. Alternativ: Moped konfiszieren. Mit Geistesgegenwart erfragte er Namen und Dienstnummern der Beamten. Und ging unbehelligt.
Frohe Weihnachten!
Weihnachten im katholischen D7: Kamelattrappen vor einem Bild von Jerusalem Downtown, Kunststoff-Rentiere und Weihnachtspuppen. Ob die Laien-Fotographen die bunte Ansammlung von Klischees verstehen?
Tragischer absurd ist die Facebookgruppe Are we dating the same guy?. Für das erste Tinder-Match fragte der Algorithmus, ohne was ich nicht leben könne. Wasser. Grußlose Übermittlung. Wasser sei gut, sagte Johnny Depp, und: schneller Tinder-Erfolg wie das Finden einer Ölquelle in einem Feld so groß wie Argentinien.
Mae Sariang, nahe des Goldenen Dreiecks
Vollkorntoast und Banane aus dem 7/11: Zuletzt vor zehn Jahren! Dazu eine live-Gitarrenversion von Take me home, country road vor dem Wat Muentoom.
Die Weih-Nacht verging mit (Grippe und) einem Deutschen in einem Mehrbettzimmer in Nordthailand. (Der deutschen Omnipräsenz wegen sagt man wohl auch auf Englisch wanderlust. Eine Amerikanerin meinte, damit Heimatgefühl zu verbinden. An alle Amerikaner mit Heimweh: Gern geschehen.)
Blick von Centara Grand
Wiedersehen mit Bangkok. Dieses Café, die vielen Condominiums, die IKEA Filiale und das Brautwarengeschäft in dem Eckgebäude bei On Nut, in dem wir oft Mittagessen waren, gab es damals nicht.
Im Vergleich mit Sài Gòn hat die Stadt Kapitalismus gelernt, die strikte Unterscheidung zwischen Kunden und Gästen. In den Worten meiner Kollegin: Sài Gòn - vergleichbar mit Bangkok vor 25 Jahren.
Alternative zu New City
Den Pool erreicht man per Bus. Quer durch die Stadt für wenige Cent, Ankunft eher als geplant (oder gar nicht), Halt nur, wenn ein Fahrgast zu alt zum Springen ist. Aber insgesamt sicherer als die Mopeds. Schürfwunden und Schlimmeres sind im Schulalltag normal, so eine Lehrerin.
Semesterbeginn. Hier am Pool alles cool. Generell aber Überstimulierung, Asthma, verklemmter Herzmuskel... Die Mutter einer Studentin bot Massage an. Oben ohne lag ich in meiner Wohnung zwischen den beiden und klopfte ich vor Schmerz fast ab.
Vorbereitung auf das Tết-Fest
Jahr des Drachen: Die Geburtenzahlen dürften steigen. Daten sind wichtig. Die letzte ernste Partnerin des kritischen Amerikaners verließ ihn auf Rat einer Seherin. Nun wechseln die Damen an seiner Seite ständig. Ein Casanova mit fragiler Psyche und Faible für Europäerinnen (Zitat: Nicht so fett wie die Amerikanerinnen und nicht so eifersüchtig wie die Vietnamesinnen).
Beim letzten meet-up, später in einer Bar mit unverbesserlich lauter Musik, traf ich einen dänischen Digital-Nomaden. Eine unverhoffte Freundschaft.
Highlight des Hồ Thuỷ Tiên Parks
Die Pagoden der Totenstadt [die Grabanlagen sind kaum 100 Jahre alt] waren in verschwiegenen Parks verstreut (...) getreue Repliken chinesischer Vorbilder. Nirgendwo wurde deutlicher, daß die Vietnamesen nur durch ein schieres Wunder an Widerstandskraft ihrer totalen Einverleibung in das Reich der Mitte widerstanden hatten. Schrift und Kultur Chinas hatten sie bereits übernommen, ehe die europäischen Missionare die Transkription der vietnamesischen Sprache ins lateinische Alphabet vornahmen.
(Aus Tod im Reisfeld: Scholl-Latour wurde seinerzeit von einem deutschen Arzt begleitet, gemeuchelt 1968 beim Massaker von Hue, vermutlich von unzufriedenen Studierenden.)
Verwilderte Rutschen im Hồ Thuỷ Tiên Park
Nordvietnam (Annam, aus der Sicht Pekings "befriedeter Süden") gehörte B.C. zu China. Im 18. Jh. mündete die Feudalherrschaft in Rebellion und Wiedervereinigung. Bis heute sind die Paracel- und Spratley Inseln, Hoàng Sa, Trường Sa, politisch kritisch. Anfang des 19. Jh. war Huế (Phú Xuân) Hauptstadt und Frankreich bis zur Niederlage in Dien Bien Phu 1954 Kolonialmacht in Indochina. 1945, 30 Jahre vor der Wiedervereinigung, rief Ho Chi Minh die Republik aus. Hà Nội wurde Hauptstadt, im Süden regierten die Katholiken Ngô und Diệm. 1968: Tet-Offensive in Huế.
Mange tak, rejse ven!
Der kurze Aufenthalt wirkt noch auf der Insel surreal.
Ein Moment wie eine Notiz von Herzen, die man unerwartet beim Blättern in einem Buch findet. Eine Erinnerung daran, dass Lebendigkeit viel mit Offenheit und Zuversicht zu tun hat. Eine wesentliche Lehre der Zeit in Việt Nam.
Oder, in den Worten einer Studentin: Ich interessiere mich für ein langes Leben, weil ich mehr Zeit damit verbringen möchte, seine Schönheit zu genießen.
Erster Eindruck
Tết-Ferien: visa run nach Porto. Johnny Depp kam nicht zum Flughafen und spät zum Treffpunkt. Naheliegend also der Gedanke, dass das eine ziemlich bescheuerte Idee sein könnte. War es nicht:
Sangria am Strand, in der geliehenen Jacke aus Vietnam, und zum Bersten gefüllt mit diesem unkontrollierbaren Trip-Lachen im Bauch, das sich seinen Weg in die Synapsen bahnt und wie Champagner durch die Blutbahnen des Gehirns perlt: Freiheit! Und im faden Abklang: Allein-Sein.
Etwas in mir löste sich. Auch der Schmerz im Herzmuskel.
Heute mal in einem anderen Park
Konfuzianistischer Realismus, wie in Rationalisierung? Unter Schmerz(mitteln) leitet ein Kollege private Frust-Mails an Studierende weiter. Schon länger gilt er als unhaltbar, wird wegen Personalmangel nicht gefeuert. [Er stirbt kurz darauf sang- und klanglos].
Anderes Thema: 80% bestimmen wir durch Handeln-, 20% bestimmen äußere Faktoren. Beispiel: Ein Badminton-Spieler abends im Park, mit Maske und zwei Schlägern. Ich wartete (zu lange) auf ein Zeichen, ihn anzusprechen. Er ging... machte kehrt, kam auf Rollern einem Spielerpaar vor mir zu nahe und zum Stehen. Morgen hier? Ja.
Vietnam kann auch harmlos
Bún chạy-Verkäufer haben im Gegensatz zu denen mit bún chay kein vegetarisches Menü. Denn chạy bedeutet laufen, chay vegan, cháy Feuer, chày Schläger, chấy Kopflaus und chảy fließen oder schmelzen.
Ulkig auch der Zwei-Arm-Spieler, der Telegram-Romane über Sinuskurven (der Trick bei free-line) schreibt, sowie ein Franzose: Seit neun Jahren in Việt Nam, weder der Sprache mächtig, noch generell smart: Wäre er nicht verheiratet, müsste ich mich in Acht nehmen. (Obwohl westliche Frauen nur kuscheln und gemeinsam abendessen wollen. [sic.])
Dachterrasse des 1991 mit Blick auf die Rosa Kirche
"Es ist einfacher zu gehen, als anzukommen", sagte ein vietnamesischer Bekannter. Das Leben in Sài Gòn ist zunehmend gewohnt, man freut sich auf den visa run am Oster-Wochenende wie auch auf das Wiederkommen.
Eine französische Bekanntschaft zum Beispiel kann sich an ein früheres Leben als SS-Offizier erinnern.
Sonnenuntergang am Khao Khad Strand
Strände wie Korallen- und Quallenfriedhöfe. Auf die Frage, was besonders schön sei, antworten Einheimische, es sei "früher besser" gewesen. Vor Corona und dem Krieg in Europas Osten. Nett war das Hidden Forest Sanctuary. Nur Weibchen werden aufgenommen, Männchen sind natürlicherweise Besucher in den Herden. Neues Herdenmitglied ist Sook Jai (Herzensfreude).
Beim Spazieren kam mir ein älterer Herr mit Stöckchen entgegen. Ob ich mitkommen wolle? Er kenne die wilden Hunde. Er nahm mich im Auto mit, vorbei an einer weiteren illegalen Hotel-Baustelle.
Hängende Gärten
Nach einsamem Warten auf den Nachtbus am Flughafen Hà Nội stand Sa Pa (Stadt im Nebel) direkt ein Minivan bereit. Diese Abläufe sind so grandios wie die Tatsache, dass die Weiterfahrt fünf Uhr morgens jemanden interessiert. Im Hotel: Ein belegtes Zweibettzimmer. Ein Deutscher. Natürlich.
Viele guides sind Hmong Frauen und Analphabetinnen. Sie heiraten und gebähren jung: Söhne bleiben bei den Eltern, Töchter ziehen zur Familie des Mannes. Physische Arbeit und Reiswein soll Geburten erträglicher machen.
Von Davids und Goliaths
Je länger ich fast erwartete, dass einer der Büffel den Jungen aus dem Weg stoßen würde, desto beruhigender war, dass das nicht geschah. Vielleicht sind diese Tiere wie das Leben: Kraft bietet Schutz.
Seit knapp 40 Jahren kommen Reisende in die Region. Die Affen verschwanden vom höchsten Berg Indochinas, Phan Xi Păng. In Ta Van, Lao Chai und Ha Giang sammeln sich Shops und homestays, die sich deutlich von den Häusern der Einwohner unterscheiden. Junge Backpacker reisen oft in erstaunlich geschlossenen Gruppen und feiern den Alkoholtourismus.
Die Eisenbahnstraße in Hà Nội
Nach langer Busfahrt dachte der Fahrer an meinen Wunsch und hielt bei Nacht und Regen am Hotel an der Autobahn.
Abend am Ho Linh Quang See: Wasserspinat, Erinnerungen des Franzosen an frühere Leben. So ästhetisch die erhaltene Kolonialarchitektur (wohl ähnlich Shanghai) und die Tempel in Hà Nội sind, so sehr verlieren die schmalen Alleen an Charme, wenn sie zum Kreuzfeuer aus Mopeds werden. Umso angenehmer die kleinen grünen, verkehrsfreien Inseln mit Bänken und die Binnenseen der Stadt. Ruhiger ist Tay Ho (-> Pomodoro, Balkon im zweiten Stock).
Von inneren Widersprüchen und Schachmatt
Catch 22: Gehen und Bleiben sind in Sài Gòn gleichermaßen unvorstellbar.
Im Kino: Mai, die ihr Leben und die Spielsucht des Vaters durch Prostitution finanziert und ihr Kind nicht bei sich haben darf. Einen jungen Casa Nova stoppt dessen reiche Mutter. Grotesk? Der Zwei-Arm-Spieler und eine Bekannte hatten angebandelt, plötzlich waren die Mütter im Park, dann keiner mehr. Und ein vietnamesischer Bekannter meinte, er schlafe nicht mit Vietnamesinnen, sie könnten "Kondome wohlhabender Männer aus dem Müll fischen".
bún chay: Immer, gern und viel!
Beim Mittagessen steht Tantchen neben mir, zeigt Bilder ihrer Tochter (28, Studentin) in Schwerin.
Wir sind gleich alt! Skeptischer Blick. Wann ich geboren sei?
1995.
Dann sei ich 30 Jahre alt, denn ihre Tochter sei 1997 geboren. Und 28 Jahre alt. Damit schlurft sie zurück zu ihrer Freundin.
Sehr konservative Menschen rechnen in Mondjahren, sagt man mir später. Das heißt ab Jahresbeginn, inklusive Monate im Mutterbauch. Seit Februar bin ich also 30. Und morgen ist Tag der Wiedervereinigung [1975 fiel Sài Gòn in kommunistische Hände].
Highlight ohne highlight
Der Bus von Nga Tu Ga ist auch LKW und Postauto. Das Backpacker's Hostel belegt Platz 2 von 4 auf Tripadvisor (die Smoothies sind gut). Den Schlüssel zum Schlafsaal fand man nicht. Ich war darin eh allein.
Eine Kollegin und ich wollten den Nationalpark sehen. Und einige Dorfbewohner uns Touris auf der Hostelterrasse. Zum Krokodil-See mit seinen foto-scheuen Bewohnern führt eine fast durchgehend asphaltierte Strecke, auf der oft (mittig) junge Vietnamesen sitzen, k.o., oder um ein Selfie auf den Betonplatten zu machen.
Zwei Malaysierinnen, Congkak und ich
Borneo: Friede, Sonnenaufgänge am Strand von Pugu und - ein Tattoo!
Im Sarawak Cultural Village besorgte eine Frau aus Brunei Kekse, bevor sie sich zu uns setzte. Nach etwas Smalltalk über den königlichen nicht-mehr-Jungesellen gestikulierte sie wild los. Meine Freundin hatte Spielregeln verschwiegen - und mich knallhart abgezogen.
Besuch aus Kanada steht an. Das Leben: Einfach wild.
Sonnenuntergang auf Con Dao
Kanadische Begleitung zum Geburtstag auf Phu Quoc. Fast bemerkenswerter als die Anreise aus Nordamerika war das Desinteresse an einer Aussprache.
Auf Con Dao beobachteten wir drei Vietnamesinnen bei ihrer Fotosession am Strand. Sie knipsten entgegen dem Sonnenuntergang, in Richtung der grau aufziehenden Nacht. Nächstes Schmunzeln auf dem Markt: Unverhohlene Fliegenfallen, lebende Hunde und streunende Katzen inmitten der ausgelegten Ware.
Farbenpracht
Flughafen-Empfang mit dänischen Fähnchen. Im Dachpool des Astra Sky River, mit Blick auf die Lichter der Stadt, wird uns bewusst, dass wir beide diesen Augenblick einem unwahrscheinlichen Treffen in Sài Gòn verdanken.
An Farben mangelt es auch bei Regen nicht. Besonders toll: Ba Binh vom Warorot Markt zum Tee auf der Terasse des Kilim Cafés.
Eingang für Show-Zwecke erweitert
Die Tunnel und extravaganten Tortur-Fallen sind oft nicht älter als der Durchschnitts-Tourist am nahen Schießstand. Die Geräuschkulisse ist prägend und der Anblick der auf Panzern posierenden Tourist(inn)en etwas unappetitlich.
Tu-Lan Höhle
Millionen Jahre alte Höhlen, darunter Tu Lan ("Brust Zunge"). Zwischen Zelten im Dschungel bringt uns ein israelisches Pärchen Cabo bei.
Auffallend ist der Kult um den Oxalis-Unternehmer. Er schafft Arbeitsplätze in einer Region, die zwischen September und November bis zu 12 Meter unter Wasser steht.
Geist oder Beschützer?
Insel der Götter: Sie weilen zwischen Räucherwerk, Touristen (auch Gesichter aus der Heimat) und Affen. Schicksal kann man im Merlin spielen und das Menu per Tarotkarte(n) ziehen.
Riten sind tief verwurzelt. Vor vielen (allen) Häusern stehen kleine Gaben für die Geister: Kekse, Blumen, Reis. Ein Hotelangestellter erzählt uns, dass Kindernamen oft auf den Geburtsrang verweisen, vom Erstgeborenen - Wayan, Putu oder Gede - zum Viertgeborenen - Ketut. Es folgt der zweite, andere, Erstgeborene - Wayan Balik etc.
Kelingking Beach
"Bester" Strand in Asien. Inklusive: mühevolles Klettern und wilde Hunde auf dem Heimweg.
Am nächsten Morgen im Hotel: Der Blick schweift über die Westseite der Insel, über Landschaften, wie sie im Dronen-gefilmten Chillout-Mix zu sehen sind, der im Hintergrund spielt.
Elf Monate in Südostasien! Erkenntnis, frei nach Rumi: Je weiter man geht, desto relativer wird Nähe.
Chandi Resort, Lombok, Indonesien
Schwarzer Sand und Dämmerung verbergen den Müll am Strand. Lombok ist muslimisch geprägt, Moscheen gibt es vor allem in den städtischen Zentren.
Im Resort wurden wir also nicht wie auf Gili Air kurz nach vier Uhr von den Gebeten des Imam geweckt.
Sonnenaufgang auf knapp 4000m
Übermut tat diesmal gut: Vom Zeltcamp auf 2500m 'gen Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Fordernd (-er als Mount Batur, auf dessen Gipfel der Rinjani noch eine wilde Idee war), aber alles nichts gegen die Leistungen der kettenrauchenden Träger in Flipflops. Stolz und mit Beinen wie aus Beton setzen wir, Flachland-Däne und deutsches Stadtkind, nach Gili Air und Bali über. Rückflug nach Sài Gòn in sechs, nach Europa in neun Tagen.
Nord-Weststrand auf Gili Air
Gili Air, von klarem Wasser umgeben, war die ungeplante vorletzte Station unserer Reise. Europäer joggen dort den Strand entlang, betreiben Surfschulen und vegane Restaurants während in den Kreiselströmungen um die Insel Schildkröten unterwegs sind. Fünf Tage noch bis Deutschland.
Ortenberg, Marburg
Promotion in Marburg also. Es geht um Kommunale Wärmeplanung, KWP. Dass beim Auswahlgespräch nicht allen (ups) klar war, was die Abkürzung überhaupt bedeutet, hätte von Vornherein zu denken geben sollen.
Im Gutenburger brachte eine junge Frau, begleitet von einem jungen Mann, beeindruckend lahm ihre Begeisterung für die Bibel und das Hohelied der Liebe zum Ausdruck. Als Date eine illusionsfreie Einladung ins Bordell. Um nicht vom Glauben an echte Gefühle abzufallen.
Nationalpark Los-Alcornocales
"Das Leben läuft, aber es ist kein Selbstläufer", so Anfang November ein Bekannter in Passau. Seither ergaben sich zwei Dinge:
Ein Kontakt an der Uni Köln, er forscht unter anderem in Việt Nam. Wir hätten uns bei seinem letzten Besuch an der USSH über den Weg laufen können!
Klarheit darüber, die Stelle aufgeben zu wollen, und unmittelbar die Gesprächsgelegenheit. In das Chaos hinein hallte das Echo des Arbeitsrausches im November: Einladung zu einer Konferenz in Brasilien.
In Konklave bezeichnete man Gewissheit als Sünde. Dass ihr Gegenteil fast erregend erhebend ist, gibt zu denken.
Sonnenuntergang nahe Senhor da Pedra
In Porto ist der Zweifel am eigenen Tun so gering wie die Reue, Marburg den Rücken gekehrt zu haben.
Die Unsicherheit folgt der Freiheit später, nach Sài Gòn, nach Brail, nach Düsseldorf. Unaufhaltsam, mit gebührendem Abstand, entfaltet sie ihr volles Paradox und wiegt in Sicherheit, bis ein Ankommen absehbar ist. Dann erst setzt sie zum Überholmanöver an.
Dreißig in Thailand
Heute vor elf Jahren am Strand von Koh Samet, vor zwölf Monaten auf Phu Quoc gestanden zu haben... ist ein erstaunlich abstrakter Gedanke.
Kaum zwei Wochen nach unserem Gespräch landete der dänische Mitreisende - kurzentschlossen - in Bangkok. Mange tak für den brennenden Kuchen!
How am I thinking about new things that I want? Anzukommen ist ein zunehmend diffuser Wunsch. Weder war es die Promotion, noch Sachsen, es soll nicht Kanada- und es wird nicht hier sein.
Rückkehr zum Ocean Bay Resort
Erinnerung daran, den Händen, die einem gereicht werden, vertrauen zu dürfen. Eine nicht zuletzt von Dankbarkeit - in Unsicherheit - inspirierte Überlegung.
Vielleicht navigiert das menschliche Bewusstsein wie ein Schiffchen durch die klaren Wasser der Vernunft und den raueren Wellengang eines freien Geistes. Erfahrungsschatz und Möglichkeitenraum: Alles eine Frage der Reichweite und der Risikofreude.
Internationales Feuerwerk Festival
The path of Unity, Pyro-Teams aus Québec und China fordern sich an diesem Abend heraus. Frei nach Atticus: (...) Was bleibt sind die Momente, die wir fast verpasst hätten (...) das Prickeln des Feuerwerks in den Ohren (...). Die vorauseilende Nostalgie ist eine Ironie des Lebens. Das unbewusste Vorbereiten darauf, die Erinnerung eher als den Augenblick zu schätzen.
Auf Wiedersehen?
Wenige Stunden vor dem Heimflug inspirieren Bob und Charlotte - "Ich weiß einfach nicht, was ich sein soll" - und dieses charmante Café.
Den inneren Zwiespalt zwischen Reisefieber und Wunsch nach Zugehörigkeit hätte Goethe sicherlich souverän mit einem zwei Seelen leben, ach, in dieser Brust kommentiert. Es ist ein etwas befremdliches Bewusstsein der Lebenssituation, die andauernde Aneinanderreihung endlicher Zustände. Fast schon so befremdlich, dass keine Beunruhigung, da keine Betroffenheit, herrscht.
Ist, wo ich bin, wo ich in fünf Jahren sein möchte?
Der Kreis schließt sich (fast)
Hier geht es nicht weiter. Immerhin eine Gewissheit.
Nicht nur wegen des Naturschauspiels ist der Moment besonders. Unbemerkt spielt das Leben im Hintergrund die Trumpfkarte: Wenige Tage darauf, kurz vor einem Probearbeiten in der Heimat, würde sich ein kurzfristiges Jobangebot in der Schweiz ergeben und ich um ein Zeichen - bleiben oder gehen - bitten. Durch puren Zufall würde ich an diesem Tag eine Bekannte treffen. Sie würde ein rotes Shirt mit weißem Kreuz tragen. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren!
Neun Jahre später
Hauptsaison, Nationalfeiertag, wenig Übung und genauso wenig überraschend der schonungslose Einstieg in Brail. Die Bewerbung als chef de rang war nicht weniger vermessen als es, ab vom Schuss, die Vision der Hotelinhaber ist.
Nach neun Jahren und einigen Lebenszeiten ist der Anblick des Lej da Staz erstaunlich unemotional. Präsenter als die Erinnerung ist das warum?. Warum dieser unmissverständliche ?
Fünf Tage später: Mit einem Gast eskaliert das Gespräch, ein anderer stimmt einer gemeinsamen Wanderung und begleitet mich zwei Mal an den See. Der Trump ging auf.
Sonnenhalo über dem Oberengadin
Das Sonnenlicht spiegelt sich-, oder bricht an feinen Eiskristallen in hohen Cirruswolken: Umschwung kündigt sich an. Die zu erwartende Wetterverschlechterung tut dem Moment keinen Abbruch. Es herrscht innere Sicherheit, dass Brail "sein sollte". Aber nicht jede Sackgasse muss bis zum Ende abgelaufen werden.
Bedauern ist die Sackgasse der Verzweiflung (~ Allender). Wer rückblickend viele vergangene Entscheidungen bereut, hat immerhin lange fraglos bequem gelebt. Und wer meint, immer auf dem rechten Wege geblieben zu sein, blieb vielleicht nur auf der Strecke.
Aller guten Dinge sind Drei?
April 2015, Oktober 2021, Oktober 2025: Wieder in Düsseldorf, heute mit Zugang zu dem Bücherregal, in dem eine aus Brail bekannte Ausgabe von Das Paradies ist anderswo liegt. "Was wären demnach wir ohne den Beistand dessen, was nicht ist?" zitierte Vargas Llosa darin Paul Valéry.
"Was"? Keine Ahnung. "Wo"? Definitiv nicht in Düsseldorf.
Vielleicht werden Stadt und Paradies nie wieder im gleichen Atemzug genannt. Zwischen Porsches, Bentleys und ihren Besitzern in verwechselbaren Kostümen gibt sich Düsseldorf große Mühe, weit davon entfernt zu sein.
Silberblau
Ich weiß nicht, wohin wir gehen
(...) bevor ich silberblau verblasse..
Den Gedanken an Roxette inspirierte auch der erste Besuch in Porto. Damals führte der Heimweg nach Sài Gòn, heute zurück nach Brüssel.
Manchmal bedeuten wenige Worte Sicherheit und Trost: Es ist gut, dass wir hier sind. (Matthäus 17,4) oder, in weniger biblisch, Alles wird ok sein, sobald Du mit allem ok bist. In dieser Zeit allein wird alles ok sein. (~ Michael Singer)
"Sind" wir mehrmals und in mehreren Dimensionen?
Wie viele sind wir, wenn nicht einmal Spiegel- und Selbstbild generell eine stimmige Version des Selbst ergeben? Eine so viel-, wie nichtssagende Antwort ist: Wir wären nicht hier, wären wir perfekt. Vielleicht ist das ja der Sinn im Leben: All unsere Versionen zu treffen und Freunde zu werden.
Etwas lebensweltlicher ist die Frage, worauf es sich zu hoffen lohnt, ohne der Zeit vorauszugreifen. Oder sie ist schlicht irreführend, basierend auf einer verschobenen Vorstellung von Realität: (...) die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen, bezeugt sich im Vertrauen.
Die fünf (ehemals sieben) hängenden Täler
Durch schnelle, vertikale Abtragung der unteren Küstenbereiche enden alte Flusstäler abrupt an hohen Klippen. Sie "hängen" über dem Meer.
Hängen bleibt vor allem der Blick am Farb- und Lichtspiel dieser Landschaften. Man fragt sich, ob dieses Gefühl, des Strahlens, beispielsweise, das Sehen verändert. Und ob das von Mensch zu Mensch eine Rolle spielt. Du hast die Größe dessen, das Du siehst, schrieb Fernando Pessoa.
Glück ist: Sonne, Amarghuina und gute Gesellschaft
Vier Philosophien der Zweiheit, die im Wesen eine sind:
Licht geht von der Kerze aus und es reflektiert sich im Spiegel. (~ Edith Wharton)
Manche sind die Melodie, andere der Rhythmus. (~ Alphaville)
Wiedererkennen statt kennenlernen, frei nach Platon's Kugelmenschen-Theorie und der Suche nach Ganzheit.
Ich möchte selbst ganz sein, sodass ich eine ganze Stadt erhellen kann und dann Dich haben. Denn wir Zwei zusammen können sie in Flammen setzen. Die moderne Fassung à la Rupi Kaur.
In Zeit, frei nach Ein Kurs in Wundern, fand die Trennung vor langer Zeit statt. In Wahrheit kam es nie dazu.
Lichtblicke
Ohne Angst zu warten in der Lage ist, der keinen Zweifel am Ausgang hat... Es bedeutet Meisterschaft, Ungewissheit anzunehmen und in Frieden mit dem Gedanken zu sein, dass der zeitliche Horizont bedingt selbstbestimmt ist. In anderen Worten: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Aber es hilft die Gewissheit, dass es wächst, wenn der Boden stimmt.
So auch bei der Jobsuche im Winter und in Zeiten der Rezession. Positives Auftreten ergibt sich offensichtlich nicht aus Selbstzweifeln und Zukunftsängsten.
Man muss nicht unbedingt stark sein, aber man sollte sich so fühlen (~ Into the Wild).
Oder: Angst beginnt im Kopf. Mut auch.
Von Hoffnung und Größe
Alles ist es wert, wenn Deine Seele nicht klein ist. (~ Fernando Pessoa)
Schöne Worte für den Umstand, dass seltener Erledigungen in Erinnerung bleiben als die damit verbundene Bedeutung.
So ergab sich etwas unverhofft ein Probearbeiten und an der Theke ein zweites Zusammentreffen
mit einem Düsseldorfer der anderen Art. Seine Lebensphilosophie: Nicht weniger als exzellent. Konsequent auch seine Einstellung zu apple crumble.
Man könne es auf zwei Arten zubereiten. Seine sei die Dritte.
Kanadagänse und ein Hauch japanischer Kirschblüte
Wäre ich Jesus Christus, ich würde Judas retten., soll Victor Hugo über unser aller Verstrickung in die Komplexität des Lebens gesagt haben. Es erinnert an eine Lektion aus Ein Kurs in Wundern: Urteil bedeutet fehlendes Vertrauen.
Eine moderne Interpretation von Sei sicher, was Du willst, und Zweifel wird unmöglich. (~ Ein Kurs in Wundern) liefert . Seine Frage Was willst Du wirklich?! klingt prinzipiell wie ein Befehl.
Wegweiser?
Ein wunderbarer Kommentar aus Dänemark: Vielleicht ist die Rückkehr nach Saarbrücken der Beginn weiterer spannender Erfahrungen, die Du nicht missen möchtest. In der Tat: Die Entwicklung ist positiv, sie fühlt sich aber nicht nach einem Fortschritt an. Vielleicht liegt es im Wesen der Suche nach Sinn und Richtung, dass in lichten Momenten relativ erscheint, was in dunkler Stimmung irrelevant wirkt.
In diesem Augenblick wird bemerkenswert klar, dass der auf Saarbrücken folgende Meilenstein Kanada hätte sein können - und nie erreicht wurde. Es entbehrt also nicht einer gewissen Logik, dass die vergangenen Jahre - ohne überzeugende Zielvorstellung - zum Rundweg wurden.
Unterhalb von La Tournette
Die Stimmung erinnert an einen Abend in Chiang Mai (Juni 2024).
Sie ist mit Dankbarkeit verbunden, für all die unwahrscheinlichen Wendungen, deren Summe die Gegenwart ist und dafür, einmal mehr neben einem Menschen zu sitzen, der daran erinnert, wie weit jede einzelne kleine Entscheidung reichen kann.
Das wahre Wunder ist die Liebe, die es inspiriert. (~ Ein Kurs in Wundern)
Pointe Verte: Geburtstagsparty mit Gevrey Chambertin
[Es] könnte als Individualismus verstanden werden, (...), wenn wir nicht sehen, dass uns mit der anderen Person das Zentrum auch unmittelbar gegenübersteht: (...) Du bist der zentrale Berg, und der zentrale Berg ist überall.
Nach einem weiteren langen Wochenende in Talloires (hier der Blick auf den See Lessy und die Aravis-Kette) hallen die Worte Joseph Campbells besonders klangvoll wider. Die Berge, vielleicht lehren sie generell das Bewusstsein für die Wahl, das Streben nach oben als inspirierend oder als isolierend zu begreifen.
Achtsame Schritte, angemessene Gedanken: Der Dichter träumt vom Berg, schrieb Mary Oliver.
Dass Schätze natürlicherweise im Inneren und nicht auf dem Gipfel zu finden sind, versteht man oft auf dem Weg dahin.
Grabstätte Flignot - Évrard
Die jährliche Wiederkehr dieses Moments erinnert auf einzigartige Weise daran, dass die Liebe bleibt, aber nicht festgehalten werden kann.
Auf einer Hochzeit Mitte Mai kam ein anwesender Physiker, Anhänger der Theorie einer höheren Macht und nicht des Multiversums, binnen weniger Sätze auf den (winzigen) Materieüberschuss im frühen Universum zu sprechen: Etwa eine Milliarde Antimaterieteilchen versus eine Milliarde und ein Materieteilchen. Das die gesamte sichtbare Materie (gerade mal fünf Prozent!) im Kosmos bildet.
So geht das Versprechen einer menschlichen Lebenszeit - bis der Tod uns scheide - leichter über die Lippen. Wer wird in diesen Dimensionen schon kleinlich sein?
PS: Der Geist heilt schneller, wenn sich das Herz sicher fühlt.